Eine Spendenaktion vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung in nur 24 Stunden – das geht? Und wie das geht! Der bewegenswert e.V. kommt in Bewegung
Als wir gestern Abend die ersten Ideen gesponnen haben, dachte ich das klappt doch nie“ musste Ramona Schneider dann doch zugeben, als alle vom Kernteam des bewegenswert e.V. nach gelungener Spendenaktion Resümee zogen.  Innerhalb von nur 24 Stunden hatte der bewegenswert e.V. eine Idee samt Umsetzung für eine Spendenaktion entwickelt und damit über 160 € an Spenden gesammelt.

Doch von Vorne. Zum zweiten Mal in diesem Jahr traf sich vom 16. – 18. Juni 2017 der bewegenswert e.V. zu seiner Vollversammlung. Diesmal im Jugendzentrum Marienberg in Schönstatt. Neben klassisch organisatorischen Punkten, wie z.B. Kassen- und Spendenstände oder auch spannenden Zukunftsthemen, wie die Schaffung einer festen Weltwärtsstelle in unserem Spendenprojekt, dem Kinderdorf Sunrise Village in Indien, sollte es diesmal ganz konkret werden.

Ganz konkret bedeutete folgende, vom Vorstand um Tobias Brehm und Tommy Birringer, erdachte Aufgabenstellung für das bewegenswert e.V. Kernteam: „Wir überlegen uns am Auftaktabend gemeinsam eine Spendenaktion und setzen diese am Folgetag selbst um“. Ziel sollte es sein, zu zeigen, dass eine Spendenaktion nicht immer groß, aufwendig und lange geplant sein muss, sondern dass mit simplen Ideen und etwas Mut nach Außen zu treten viel möglich ist. Der bewegenswert e.V. wollte damit,  z.B. für die Jugendgruppen von MJF und SMJ, Vorbild sein, um anzuregen, ebensolche Aktionen anzugehen.

Nach einem Brainstorming mit kreativen Ideen, wie Flaschenpost im Rhein aussetzen, Luftballons steigen lassen oder Straßenmusik machen, entschied man sich für eine etwas bodenständigere Variante: Es wird Kuchen gebacken und Kaffee gekocht, um sich damit zur Kaffeezeit mit einem bewegenswert e.V. Stand an einen belebten Ort zu stellen. Als zusätzliches Lockmittel, um Passanten an den Stand und ins Gespräch zu locken, kam noch der Gedanke an Schokoerdbeeren auf. Mit einem Happs sind diese im Mund und damit praktisch nicht zu verneinen.

Als Ort wurde die öffentliche Parkanlage an der Festung Ehrenbreitstein ausgewählt. Bewusst kein Ort im schönstättischen Umfeld, sondern „unbekanntes Terrain“. Das sollte der Situation in den meisten Diözesen gleichen, da man hier auf fremde Menschen zugehen muss, die vom bewegenswert e.V. noch nie gehört haben.

Soweit der Plan am Freitagabend. Am Samstag ging es dann an die Umsetzung. Nachdem am Morgen noch eine Agenda an Aufgaben in Kleingrupppen abgearbeitet wurde – wegen der Spendenaktion sollten nicht alle anderen Themen ruhen – ging es ohne Mittagspause in die Vorbereitung. Es wurde eingekauft und umgehend mit Backen, Erdbeeren mit Schokolade umhüllen und Kaffee kochen begonnen. Einfache Rezepte waren hier die Lösung, um schnell voran zu kommen. Nach nur zwei Stunden Küchenarbeit waren die Autos beladen und es ging los Richtung Ehrenbreitstein.

Dort angekommen galt es, sich zu orientieren. Der richtige Ort musste ausgewählt werden, an dem genügend Durchlauf an Passanten garantiert war, um immer wieder mit neuen Leuten ins Gespräch zu kommen. Dies gelang nicht gleich auf anhieb, aber nach einem spontanen Umzug hatten wir das Pätzchen gefunden. Jetzt hieß es auf Leute zugehen, mit unseren Köstlichkeiten locken und ins Gespräch kommen. Die Schokoerdbeeren erwiesen sich hier als genau das richtige Lockmittel für Jung und Alt.

Es dauerte nicht lange und unterschiedlichste Menschen strömten vorbei. Familien, junge Paare, Rentner und auch etliche internationale Touristen, die die Festung Ehrenbreitstein besichtigten, zeigten Interesse am bewegenswert e.V. und den Ideen und Projekten, die insbesondere mit dem Kinderdorf Sunrise Village in Indien verbunden waren. Dass der Austausch hier genauso individuell wie die Menschen war, machte die Sache umso spannender. War es bei dem Einen wirklich nur der kurze Plausch und das Mitnehmen eines Flyers, so gab es auch diejenigen, die von David Schrey, der 2016/17 selbst mehrere Monate im Sunrise Village vebracht hat, interessiert ausführliche Details hören wollten.

Nach guten drei Stunden, die wie im Fluge vergingen, war fast der komplette Kuchen und die Erdbeeren aufgegegessen, der Kaffee getrunken und alle vom bewegenswert e.V. etwas „leergequatscht“. Das tat dem zufriedenen Gefühl jedoch überhaupt keinen Abbruch, einen wirklich spannenden Tag erlebt zu haben, der voll von Begegnung, Austausch und ebenso von einer tollen Gruppendynamik innerhalb des bewegenswert e.V. Kernteams gekennzeichnet war.

Als alles Material dann wieder heil zum Jugendzentrum zurückgebracht war, galt es dann noch, in die Spendenbox zu schauen. In diese konnte auf freiwilliger Basis ein kleiner Obolus für Kaffee und Kuchen zu Gute des bewegenswert e.V. geworfen werden. Nach zweimaligem Zählen waren dann alle beeindruckt, dass in den wenigen Stunden am Ende über 160 € an Spenden in die Box geworfen wurden.

Als wir die Spendenaktion mit den Zählen der Spenden schließlich abgeschlossen hatten, galt es dann noch, einen Blick auf die Uhr zu werfen. Der Zeiger Stand auf kurz vor 21 Uhr und damit war es weniger als 24 Stunden her, dass die erste Ideensammlung zur Spendenaktion begonnen hatte.

Kurzum: Es ist nicht schwer oder aufwändig, etwas in Bewegung zu setzen. Manchmal ist es sogar unkompliziert und dadurch für die Gruppe umso erfüllender, gemeinsam etwas für andere zu tun. Das regt doch zum nachmachen an, oder?