Ausland: Unser Projekt

Das Sunrise Village

 

„Es liegt ein besonderer Segen auf allem, was wir für andere tun“.
                                                 – Leitspruch des Kinderdorfes

Das Sunrise Village in Tirunelveli (Tamil Nadu/Südindien) ist ein Kinderdorf, gegründet als Reaktion auf die Tsunamikatastrophe im Dezember 2004 und geleitet von indischen Patres der internationalen Schönstattbewegung.

 

Das Dorf beherbergt derzeit ca. 40 Waisen, Halbwaisen und vernachlässigte Kinder aus der näheren und weiteren Umgebung. Die Jungen und Mädchen werden angelehnt an die Pädagogik des Gründers der Schönstattbewegung – Pater Josef Kentenich – erzogen. Ziel dieser Pädagogik ist es, junge Menschen durch Aufforderung zur Selbsterziehung zu gefestigten Persönlichkeiten zu entwickeln, welche fähig sind, selbstverantwortlich, frei und christlich zu handeln.

Die Ideologie

Konkret zeigt sich dies durch die Verteilung von selbstständigen Aufgaben an die Kinder, wie das Kümmern um einen eigenen Garten oder um die dorfeigenen Tiere oder auch im täglichen Arbeiten für die eigene Bildung. Auch ist das Verhältnis zwischen Älteren und Jüngeren geprägt durch Vertrauen und dem Lernen voneinander. Dass diese und weitere Maßnahmen erfolgreich sind, erkennt man anhand der selbstständig agierenden jungen Erwachsenen, die mit einer Ausbildung oder einem Studium das Dorf verlassen und erfolgreich ins Leben starten. Das ist in vielen indischen Familien nicht selbstverständlich, da viele Eltern noch bis ins Erwachsenenalter hinein über die Laufbahn ihrer Kinder entscheiden. Die Kinder des Sunrise Village haben bei Problemen trotzdem immer die Möglichkeit, wieder zurückzukehren und bis ins Erwachsenenalter Unterstützung und Hilfe zu erfahren, wenn sie dies wollen, da sich die Dorfgemeinschaft als Familie versteht.

Aufbau des Dorfes

Das Dorf besteht aus acht Bungalows, Cottages genannt, sowie einem Haupthaus, mit Büro und Zimmern für die Patres. In vier der Cottages wohnen momentan bis zu zehn Kinder zusammen mit einer Ersatzmutter zusammen. Die Mütter sind meist Witwen und bekommen durch das Dorf eine neue Aufgabe und Chance. Diese familienähnliche Struktur soll den Kindern ein möglichst normales Leben bieten und ihnen ein positives Bild von Familie, sowie einen Eindruck familiärer Werte vermitteln. Momentan sind vier Cottages von „Familien“ belegt, eines steht gerade leer und drei werden als Nursery (Kindergarten/Vorschule) und Primary (Grundschule bis Klasse 6) belegt.

 

Zu den zahlreichen Nebengebäuden zählen ein alter Schuppen mit Stromgenerator, ein Wasserreservoir mit Pumpenhaus, Hühnerstall, Vogelkäfig, Fischteich und mehrere Unterstände. Im Außenbereich findet sich noch eine große Freifläche die als Sportplatz genutzt wird und ein Spielplatz der mit allerlei Spielgeräten ausgestattet ist.

 

Die zweite Hälfte des Kinderdorfes ist durch einen Zufahrtsweg vom Kinderdorf getrennt und wird landwirtschaftlich genutzt. Die beiden Reisfelder decken den Reisbedarf des Kinderdorfes zu 80%.

Die Früchte der Bananen- und Kokosnussplantage werden teilweise für den Eigenkonsum gebraucht, teilweise verkauft. Am äußersten Rand des Geländes befindet sich der Brunnen, der durch eine Bohrung gespeist wird und dessen Wasser über Rohrleitungen ins Wasserreservoir des Dorfes gepumpt wird.

Die Schule

Die bisher vorhandene Sunrise Nursery & Primary School hat 140 Schüler aus den umliegenden Gebieten und Dörfern. Das Angebot reicht derzeit bis Klasse sechs, soll aber stetig ausgeweitet werden. Darum wurde seit 2016 an einem weiteren Schulgebäude gebaut, welches am 19. März 2018 eingeweiht wurde und etwa weiteren 500 Schülern Platz bieten soll. Es soll nach und nach Schüler aller Klassenstufen aufnehmen und zu einer Central Board Secondary Education School – Higher Secondary English werden.

Die leitenden Patres möchten in dieser Schule eine sehr gute Bildung anbieten und den Unterricht wie üblich auf Englisch halten lassen. Das Schulgeld soll aber dank Spenden vergleichsweise gering bleiben.

Finanzielles/ Spenden

Das Kinderdorf finanziert sich momentan ausschließlich von Spenden aus Deutschland und hat pro Monat laufende Kosten von etwa 3000€/ Monat. Das beinhaltet die Instandhaltung des Geländes und der Gebäude, die Schulmaterialien und die Kleidung der Kinder und die Nahrungsmittel. Von der Regierung gibt es in Indien keine Unterstützung für Kinderdörfer.

Es gibt aber auch viele weitere Bereiche in denen zusätzliches Geld benötigt wird.

 

In folgenden Bereichen könnte Deine Spende eingesetzt werden:

  • Ein großer Medizinschrank
  • Bessere Wasserfilter
  • Sportgeräte und Sportbekleidung
  • Schuluniformen
  • Renovierung der Gebäude
Die Vision

Das Kinderdorf wurde ursprünglich für 150 bis 200 Kinder konzipiert.
Doch bevor an diesem Ziel gearbeitet wird, soll das Kinderdorf fest auf eigenen Beinen stehen und sich selbst tragen können, bevor es ausgeweitet wird. Um das zu erreichen, werden zum einen die landwirtschaftlichen Produkte, die nicht zum eigenen Konsum benötigt werden verkauft. Und zum anderen soll die Schule zum Unterhalt des Dorfes beitragen.  Das zu zahlende Schuldgeld von den etwa 500 Kindern aus der Umgebung soll genügen um die laufenden Kosten der Schule und gleichzeitig die Kosten des Kinderdorfes komplett abdecken. Das soll für 50-70 Kinder im Dorf ausreichen, womit sieben der acht Cottages belegt wären.

Bildergalerie vom Sunrise Village

Um dir einen besseren Eindruck vermitteln zu können, kannst du dir noch ein paar Bilder aus dem Kinderdorf ansehen.